auf der Suche nach dem, was mich zusammenhält

falle ich immer wieder auseinander

tausend Stücke meiner Seele

ich zeichne goldene Narben in den Sand

Strassen meines Lebens

Wellen im Ozean

funkelnde Diamantenoberfläche

blutroter Mond versinkt im Meer

ich atme Salz

schmecke Leben

kühler Nachtwind

Sternengrüsse

ich bin da


sorglos

für ein paar Sekunden

jenseits der Zeit

die drohenden Gewitterwolken aussperren

 

die ersten Tropfen

fallen auf geschundene Haut

brennender Schmerz

 

der Orkan im Innern erhebt sich erneut

 

ich will Freundschaft mit dem Wind schliessen

zur geflügelten Himmelstochter werden

und tanzen im Reich der Lüfte

 

der Orkan bebt

 

seine Kraft durchdringt mich

überflutet mein Sein

David gegen Goliath

 

der Orkan tobt weiter

 

ich tanze mit dem Wind

werfe mich in die Fluten

gehe durchs Feuer

finde neuen Boden

kühl unter meinen wunden Füssen

 

der Orkan

ist noch da

mein Herz auch


Hoffnung

zärtlicher Mantel, der sich um mein Herz legt

schmerzhafter Bote der Sehnsucht nach Zukunft


Worte sagen können

so dass sie Bedeutung haben

und wahr sind

und dich erreichen

können

 

Worte, die mich bewegen

und dazu drängen

ihren Platz zu finden

auf dem leeren Blatt

oder in deinem Herz

 

Worte atmen können

tief einatmen

bis man sie ausatmen kann

 

Worte fühlen können

vibrierend

stark

klangvoll

sie mich umhüllen lassen

 

Worte mich berühren lassen

und heilen

da drinnen

in mir


Leere

aufgeweicht

vom Salzwasser

schaler Geschmack von Vergangenheit

sehnsuchtsvolles Warten

auf die Taube mit dem Ölzweig

dass sie kommen möge

und den Weg weise

zum fruchtbaren Land, das Zukunft verheisst

der Geruch von Salz bleibt


Einsamkeit

schmerzhaftes Wort

merkwürdiger Zustand

ein paradoxhaftes Wesen

fordert mich zum Kampf

mit mir selbst

ein stetes Ringen

doch ganz langsam

einer Schildkröte gleich

wage ich mich hinaus

und betrachte die Welt von Neuem


zerissen

in der Sehnsucht meines Herzens

ertränkt mich der Schmerz

findet mich das Leben


alles ablegen

nur noch Haut bleibt

Tag für Tag

vorsichtig ins Leben treten

das Licht durchtragen

bis es Sterne regnet


Du wirst die Liebe finden

im lieblichen Duft einer samtroten Rosenblüte

im Grollen des Donners

im freundlichen Vogelgezwitscher des Frühlings

im sanften Rauschen des Baches

 

Du wirst die Liebe finden

im stummen Schrei deiner Seele

im Schmerz deiner unverheilten Narben

in der dunkelsten Nacht deines Herzens

in der tiefsten Trauer deiner ungeweinten Tränen

 

Du wirst die Liebe finden

in jedem Schritt auf deinem Weg

im Schweiss auf deiner Haut

in der Schwere deiner müden Glieder

 

Du wirst die Liebe finden

am Ende des Regenbogens

beim Silberstreifen am Horizont

im Leuchten des Mondes

im Urgrund deines Seins


Zukunft

zerbrechliche Frage meines Herzens

stille Sehnsucht

brennt Salz auf meine Haut

einatmen

ausatmen

weitergehen