Die roten Schuhe

verführen Dich mit dem getöteten Geheimnis Deiner Sehnsucht

laden zum Teufelstanz,

dessen Sog Du nicht entkommst

Wirbelsturm unaufhörlich drehend

alles schwindet

bis Du Dich selbst auflöst

Schattenhüllendasein der Extreme

bis zum Nullpunkt

an den Anfang zurückkatapultiert

und doch nicht die Gleiche

findest Du allmählich ins Leben zurück

ringst um Deinen wahren Weg

suchst Du Deinen Herzschlag wieder zu finden

in kleinen Schritten vorwärts


Als ich in der Kindheit

die Unschuld verlor

erstarrte meine Seele

 

Flecken beschmutzten ihr Kleid

Narbenbildung auf der Herzhaut

schmerzdurchtränktes Knochenmark

 

Als mir die Zuversicht abhanden kam

wichen meine Kraft

und mein Mut

 

Jetzt

schreibe ich mich

immer wieder

vom Schmerz

zurück

in die Liebe


Es braucht den Mut

vollständig einzutauchen

bis die Wasser uns verschlingen und auf den tiefsten Grund ziehen

 

Es braucht den Mut,

den Schmerz unser Wesen ganz und gar durchdringen zu lassen

 

Es braucht den Mut

zu scheitern

zu brechen

zu verzweifeln

 

Es braucht den Mut

uns vernarbt und verwundet

der Welt zu zeigen

 

Und es braucht den Mut

zu lieben

in einer nie gekannten Kompromisslosigkeit

 

Es braucht den Mut

unsere Liebe

in ihrer vollständigen Schönheit erstrahlen zu lassen

nur und nur

weil der Schmerz und das Leid Teil unseres Wesens sind
 

Es braucht den Mut

an diese Liebe in uns zu glauben

und zu vertrauen in jedem Moment

 

Es braucht den Mut zu lieben.


Diese unverkennbare Ruhe vor dem Sturm

das Licht verdunkelt sich

ein Unwetter zieht auf

dann

ein Lichtstrahl

durchbricht die Dunkelheit

taucht die Welt in Gold

offenbart seine Kraft

schenkt Hoffnung

verleiht Klarheit

erinnert an das Wissen, um den unzerstörbaren Kern im Innern

und während der Sturm alles reinigt

wärmt uns Licht auf dem Weg zu neuen Ufern

und der Fluss bahnt sich weiterhin seinen Weg durchs Gelände

sanft umfliessend und doch gewaltig in seiner Kraft

so wie das Leben in unseren Adern pulsiert

stetig

ohne Unterlass

den Orkanen in unserer Seele trotzend

in Verbindung mit dem Licht im Inneren

finden wir Wunder im Aussen


Im Auge des Orkans

vollkommene Ruhe

ungebahnte Kraft entfaltet sich

fegt alles weg

gnadenlos dem Tod gleich

hinterlässt Zerstörung und Chaos

überlebt

hat nur der zarte Keimling am Wegesrand

die Hoffnung der Neugeburt

die unerschöpfliche Kraft wiedergewonnenen Lebens


Zukunft

zerbrechliche Frage meines Herzens

leise Hoffnung

Seelenklang der Gegenwart

von Sehnsucht durchtränkt

ungewiss liegst du vor mir

formst meinen Weg schon heut


Lass die Tränen fliessen

bis das Salz brennt auf Deiner Haut

 

Lass die Schreie kommen

ungehemmt und laut

 

Gib dem Schmerz Raum

mit jeder Faser in Dir

 

Stell Dich der Dunkelheit in Deinem Innern

lass Dich voll auf sie ein

 

Gib Dich der Verzweiflung hin

bis sie Dir den Atem raubt

 

Fühl Deine Einsamkeit

in jedem Moment

 

und

 

Lache bis Dir die Tränen kommen

Liebe bis Dein Herz zerplatzen will

Tanze bis zum Morgengrauen

Lass Dich fallen, ganz in Deine Kraft

Gib Deiner Sehnsucht die Macht

Lebe Dein Herz mit allen Sinnen

Folge dem Wissen tief in Dir drinnen

Vertraue blind aufs Neue

 und fange jeden Tag von vorne zu leben an.


ich lasse zurück

was mich nicht nährt

mein Wesen nicht respektiert

meinem Schatz nicht vertraut

meine Blüte nicht erkennt

ich entschwinde vollständig

in meine Weiblichkeit

in meine Kraft

und vereine mich mit den Sternen

verbünde mich mit den Engeln

auf dem Weg ganz in mich hinein

und öffne mein Herz für die Liebe,

die auch Liebe meint

im Handeln

im Sein

im Tun

in Herz, Geist und Seele

ich werde eins mit meinem Ursprung

und hocherhobenen Hauptes

nehme ich meinen schicksalsumwobenen Weg an


Die Wahrheit entblättert ihren Kern

in deinem Herzen

ein Leuchtfeuer entzündend

weist sie den Weg

durch Schichten der Erkenntnis

legt ab, was unfrei macht

und lässt uns mit dem Drachen ringen

bis nur noch Liebe bleibt


das leere Blatt

aushalten

aushalten lernen

sein Schweigen einatmen

innehalten

und zusehen

wie

es

sich

füllt 

 

allmählich 

 

mit

Sinn

oder

etwas

wie

Sinn

 

ausatmen